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Die Kirchen von Habach und Dürnhausen
Dr. Josef Freisl (Text) und Hans Baumgartner (Fotos)

invisible 1. Die Habacher Ulrichskirche
invisible 2. Die Dürnhauser St. Martinskirche

1. Die Habacher Ulrichskirche
Kirche von Osten
1.1 Geschichte

1083 gründete Norbert von Hohenwart (vormals Bischof von Chur) das nicht regulierte Chorherrenstift Habach. Es bestand bis zur Säkularisation 1802. In Habach gab es 6 Chorherren, deren stattliche Häuser immer noch die heutige Hauptstraße prägen (Ensembleschutz), denn den Chorherren war Privatbesitz gestattet. Ein Chorherr war ein weltlicher Priester, legte also keine Gelübde auf eine Ordensregel ab. Sie wählten aus ihren Reihen einen Dekan, dem gegenüber sie einen Treueeid ablegen mussten. Der Propst des Chorherrenstifts wohnte in München und besuchte mehrmals jährlich Habach. Die Chorherren versahen Gottesdienst und Seelsorge in der Stiftskirche St. Ulrich und in den fünf Ortschaften Dürnhausen mit Filialkirche Fraunrain, Hofheim, Riegsee mit Filialkirche Froschhausen, Hechendorf (bei Murnau) und Sindelsdorf.
1662 wurden die beiden alten Kirchen – die Georgs- und die Ulrichskirche wegen Baufälligkeit abgebrochen und die jetzige Ulrichskirche erbaut. Diese Kirche wurde am 14. Oktober 1668 vom Augsburger Weihbischof Kaspar Zeiler eingeweiht. Schon am 17. Juli 1704 im spanischen Erbfolgekrieg brannte die Kirche teilweise wieder ab, der Turm und der hintere, westliche Teil des Gotteshauses wurden ein Raub der Flammen.

Hauptstraße mit Kirche Kirche von Westen
1.2 Ausstattung

Die architektonische Grundausrichtung ist der Münchner Schule zuzurechnen. Der Baumeister der von 1662 bis 1668 erbauten Ulrichskirche ist namentlich nicht bekannt. Die eingezogenen Wandpfeiler gliedern das Langhaus und tragen in Segmentbögen das weite mit barockem Stuck ausgeschmückte Gewölbe.
Propst Keller, ein gebürtiger Habacher und zugleich Stiftsdekan und Ratsdirektor zur “Lieben Frau in München” stiftete den imposanten Hochaltar. Sein Wappen steht zwischen zwei Engeln ganz oben. Der Weilheimer Künstler Ambros Degler schuf den Hochaltar. Das Gemälde des Hochaltars stammt vom Murnauer Maler Simon Bernhard (1681). Es zeigt im unteren Teil des Bildes die Schlacht auf dem Lechfeld 955 mit dem heiligen Ulrich, Bischof von Augsburg und Patron der Habacher Kirche, wie er das Kreuz dem Feind entgegenhält. Im oberen Teil des Bildes kniet Ulrich im prächtigen Brokatmantel vor der Gottesmutter Maria, die ihm das Jesuskind entgegenhält. Ein Engel überreicht dem Bischof das sieghafte Segenskreuz des Hl. Ulrich. Das Altarbild wird von zwei überlebensgroßen Figuren flankiert, rechts dem Heiligen Heinrich II. und links König Sigismund von Burgund. Das runde Auszugsbild oben zeigt Gottvater und den hl. Geist, symbolisiert durch die weiße Taube. Rechts und links davon stehen die Figuren zweier Frauen, rechts die heilige Afra und links ihre Mutter, die heilige Hilaria.

Altarraum
 
1.3 Die sechs Seitenaltäre
links vorne: Altar der Rosenkranzbruderschaft rechts vorne: Georgs-Altar
links Mitte: Herzogspital-Altar rechts Mitte: Katharinen-Altar
links hinten: Drittordens-Altar ( Antonius-Altar) rechts hinten: Veronika-Altar
Georgs-Altar Katharinen-Altar
Georgs-Altar Katharinen-Altar
1.4 Weitere Sehenswürdigkeiten
Blick zum Chor
 
  • Die Kanzel, gestiftet von Dekan Roth mit der Figur des Guten Hirten auf dem Schalldeckel.
  • Die Kreuzwegtafeln wurden vom Freisinger Hofmaler Johann Zick 1732 geschaffen.
Kanzel Kreuzweg
Kanzel Kreuzweg (Beispiel)
  • Die Figurengruppe auf dem mittelalterlichen Taufstein von Martin Dürr (1723)
  • Die Beichtstühle aus Nussbaumholz mit feinen intarsierten Verzierungen des Kleinweiler Künstlers Simon Müller 1738.
  • Die Gruppe “ Beweinung Christi” von Bartlme Steinle aus Weilheim (1606)
Beweinung Christi
Beweinung Christi


Kirche von Süden
 
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2. Die Dürnhauser Martinskirche
Die Kirche wurde am 25. Juli 1063 vom Bischof Bernhard von Velletri eingeweiht, im Auftrag des Bischofs von Augsburg, der zu dieser Zeit todkrank war. Die Kirche ist dem Heiligen Martin geweiht. Auf der Einweihungsurkunde findet sich auch der Stifter und Erbauer der Kirche: Graf Sigimar II. und seine Gemahlin Kerpirg. Graf Sigimar II. war wahrscheinlich ein Verwandter von Norbert von Hohenwart dem Gründer des Chorherrenstiftes Habach.

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